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Computer & Software => LINUX => Thema gestartet von: Jo am 2010-11-25 | 21:19:59

Titel: Wegweiser für (K)UBUNTU / MINT
Beitrag von: Jo am 2010-11-25 | 21:19:59
Besonders Umsteiger von MS-Windows auf Linux (http://wiki.ubuntuusers.de/Einsteiger/Brief_an_einen_Windowsnutzer)
sollten das hier bitte lesen


(wer mehr Details wissen will, klickt einfach auf die Links)


(K)UBUNTU (http://wiki.ubuntuusers.de/) und MINT (http://www.linuxmint.com/download.php/) ist eine Linux-Distribution
Also eine Zusammenstellung aus Kernel (1), Desktop (2) und Debian (3)


1) angepasster Linux Kernel (http://de.wikipedia.org/wiki/Linux_%28Kernel%29)
Linux ist ein PC-Betriebssystem, das 1991 als kostenloses Open Source-Projekt von dem finnischen Studenten Linus Torvalds (http://de.wikipedia.org/wiki/Linus_Torvalds) ins Leben gerufen wurde. Dieser Systemkern (Kernel) ist die Schnittstelle zwischen Hard- und Software und ermöglicht Anwenderprogrammen den Zugriff auf die Komponenten des Rechners wie Speicher, Festplatte, Drucker ....

Daher wird ein angeschlossener Drucker in der Regel sofort erkannt und eingerichtet - ohne das wie bei MS-Windows die Treiber per CD installiert werden müssen.    :wink:
Wer eine neue Hardware z.B. einen Drucker kaufen will, sollte erst einen Blick auf die Ubuntu-Hardwaredatenbank (http://wiki.ubuntuusers.de/Hardwaredatenbanken) machen und prüfen ob das Gerät unterstützt wird.

Nachtrag: Avasys (http://avasys.jp/eng/linux_driver/) entwickelt seit längerem Linux-Treiber für Epson.

Mit dem Kernel allein ist noch kein produktives Arbeiten am Rechner möglich. Das reine Linux (Kernel) hat also noch keine Software und grafische Oberfläche wie z.B. Ubuntu.

2) Desktop (http://wiki.ubuntuusers.de/Desktop)
Als Desktop (grafische Oberfläche) sind Gnome (http://wiki.ubuntuusers.de/gnome) (Ubuntu) und KDE (http://wiki.ubuntuusers.de/kde) (Kubuntu) wohl die bekanntesten. Bei Mint ist es der inzwischen sehr beliebte Cinnamon (http://de.wikipedia.org/wiki/Cinnamon_%28Desktop-Umgebung%29) Desktop und eine gute Alternative zu Gnome 3.

Welche man nimmt ist Geschmackssache. Seit Ubuntu 11.04 ist die neue Standard-Desktopoberfläche Unity (http://wiki.ubuntuusers.de/unity) und ersetzt das ursprünglich erwartete Gnome 3. Wem Gnome 3 jedoch besser gefällt, kann dieses einfach nachträglich installieren.

Egal wie - KDE Programme laufen auch auf der GNOME, XFCE oder UNITY Oberfläche und umgekehrt. Allerdings werden dabei mehr Pakete für den entsprechenden Desktop installiert.

3) Debian (http://de.wikipedia.org/wiki/Debian)
Weil die meisten grundlegenden Systemwerkzeuge vom GNU-Projekt stammen, wird auch von Debian GNU/Linux gesprochen. Debian enthält eine große Auswahl an freien Anwendungsprogrammen, Werkzeugen und Treiber - derzeit sind es über 50000.

Die sicherste Art ein Debian-Paket (Programm) zu installieren/deinstallieren geht per "Software Center" oder "Synaptic-Paketverwaltung". Ein Download von Debian Dateien aus dem Internet (Endung *.deb) ist auch möglich - allerdings geschieht das auf eigene Gefahr! Denn genau hier endet wohl die hohe Sicherheit von Ubuntu. In solch einem Fremdpaket könnte Malware (Schadprogramme) enthalten sein. Man sollte solch einer Fremdquelle vertrauen und wissen was man da tut!






Updates (http://wiki.ubuntuusers.de/Update)
Installierte Pakete, die aus den Ubuntu-Quellen (auch Fremdquellen -> siehe Sicherheitskonzept!) installiert sind, werden automatisch aktualisiert. Bei einer Ubuntu-Desktop-LTS-Version (derzeit (K)UBUNTU 12.04 LTS oder MINT 13) läuft dieser Service 5 Jahre - also bis 2017-April. Eine LTS Version erscheint alle 2 Jahre.



Sicherheitskonzept von Linux (http://wiki.ubuntuusers.de/sicherheitskonzepte)
Die Paketquellen von Ubuntu (Debian) gelten als sehr sicher, aber Pakete aus Fremdquellen (http://wiki.ubuntuusers.de/Fremdquellen) und fremde *.deb Dateien können das System unsicher machen und Schadcode ausführen lassen!
>:D :eek: :mad: :confused:

Das Problem ist oft zwischen Bildschirm und dem Stuhl davor.
Eine sorglose Installation von Software aus unbekannten Quellen
bricht jedes Sicherheitskonzept das Genick!

Da helfen keine Personal Firewalls oder Virenscanner. Es wäre ein leichtes ein Programm per Social-Engineering (ausnutzen menschlicher Schwächen für Angriffe übers Internet) zu verteilen. Dabei wäre das Betriebssystem völlig egal. Ob Windows 7, Mac OS X oder Linux. Egal, wird ein Programm vom Anwender ausgeführt, dann kann das Programm alles machen, was was mit den Rechten des ausführenden Benutzers möglich ist.


/home (http://wiki.ubuntuusers.de/homeverzeichnis) und das Wurzelverzeichnis / (root) (http://linuxwiki.de/root)
Unter Linux gibt es ein Verzeichnis namens /home, dass idealer Weise eine eigene Partition hat (kein muss).
Man muss sich also kein Laufwerksbuchstaben merken wie bei MS-Windows - war es C: D: oder ...?  :wink:
Unter /home werden die Dateien der Benutzer gespeichert und jeder Benutzer hat ein Unterverzeichnis darunter. Wenn der Login-Name also Kerstin ist, stehen die persönlichen Dateien im Verzeichnis /home/kerstin . Dies wird das Home-Verzeichnis genannt. Selbstverständlich können im Home-Verzeichnis weitere Unterverzeichnisse angelegt werden.

Ubuntu Software wird gewöhnlich mit sudo (steht für superadmin do) im / (root) Verzeichnis installiert -
was nur mit Root-Rechten möglich ist! Ubuntu verzichtet aus Sicherheitsgründen auf einen User "root".
Sudo (http://wiki.ubuntuusers.de/sudo) sollte nur verwendet werden, wenn es eine Aufgabe wirklich erfordert (z.B. Updates + Programmpaket installieren). Änderungen an Systemdateien sollte man nur vornehmen, wenn man weiß was man tut!


Dateien die mit einem Punkt (.) anfangen (http://wiki.ubuntuusers.de/versteckte_dateien)
Dabei handelt es sich um versteckte Dateien. Der Punkt am Anfang des Dateinamens bewirkt, dass diese im Dateimanager standardmäßig nicht angezeigt werden. Das hat einen guten Grund.

Viele Programme benutzen versteckte Dateien für die Konfiguration durch den Benutzer, z.B. das EMail Programm Evolution. Es legt im /home Verzeichnis eine Datei mit dem Namen .evolution an. Der Vorteil ist nun, dass bei einem Backup von /home  die persönlichen Einstellungen mit gesichert werden. Natürlich nur wenn die versteckten Dateien mit gesichert werden. Tip: Siehe auch das Backup Programm Back In Time (http://wiki.ubuntuusers.de/Back_in_Time).

Möchte man sich versteckte Dateien oder Ordner anzeigen lassen, so kann man im Dateimanager (Nautilus) unter "Ansicht -> Verborgene Dateien anzeigen" (STRG & H) die Anzeige von versteckten Dateien aktivieren.

Tip: z.B. Ihr bekommt eine eMail mit der Datei  "...und schon wieder ist Weihnachten.txt"  als Anhang und speichert diese ab. Was passiert dann wohl? ................. Richtig, sie ist versteckt  :eek:


Dateimanager (http://wiki.ubuntuusers.de/Dateimanager)
Wichtig zu wissen ist, dass die Groß-/Kleinschreibung von Ordnern und Dateien unter Linux relevant ist.
Im Gegensatz zu MS-Windows unterscheidet Linux die Groß-/Kleinschreibung.
Es ist also möglich, dass im gleichen Ordner z.B.  Bild001.jpg  und  Bild001.JPG  und  bild001.JPG  stehen.


Das Terminal (auch Shell) (http://wiki.ubuntuusers.de/terminal)
Wer länger mit Linux arbeitet kommt zwangsläufig nicht an das Terminal vorbei  :smilie:
Zu finden unter Anwendungen > Zubehör > Terminal.
Es schaut fast wie DOS aus - ist es aber nicht!
Manche Anfänger oder Umsteiger (nicht MAC-User ;-) erschreckt es das Terminal zu benutzen, um Befehle dort einzugeben. Aber nach ein wenig Einarbeitung ist es einfach genial!

Beispiel:
Um das Paket Back-In-Time (http://wiki.ubuntuusers.de/Back_in_Time) zu installieren,
einfach diese Zeilen per Copy & Paste (Kontexmenü) ins Terminal einfügen:
sudo apt-get install backintime-common backintime-gnome
und ENTER drücken.
sudo bedeute Superadmin Do! und das Passwort wird verlangt.


Viel Erfolg!
Jo


Titel: Keyring löschen
Beitrag von: Wasi am 2010-12-02 | 19:47:43
Hi, hab da noch so ne WLAN-Sache  :cool:

Im GNOME Schlüsselbund (http://wiki.ubuntuusers.de/Gnome_Schl%C3%BCsselbund) befinden sich auch die Passwörter für WLAN - damit sich diese beim Login automatisch aufsperren. Sollte es damit Probleme geben - besonderes beim automatischen Login - dann würde ich den Keyring komplett löschen:

rm -rf ~/.gnome2/keyrings/

mich dann aus und wieder einloggen und dann das Passwort LEER lassen!
Also den Dialog nicht abbrechen und auch kein Passwort eingeben.
Dann wird das WLAN Passwort zwar im Klartext auf der Platte abgelegt, es erscheint aber auch keine Abfrage mehr.

Oder besser, man deaktiviert die automatisch Anmeldung wieder  :eek: